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Die Stadt und ihr literarisches Erbe

19. bis 21. Oktober 2018

Dostojewskij und St. Petersburg

Thomas-Morus-Akademie - Bensberg

Das "Venedig des Nordens", wie einer der Beinamen St. Petersburgs lautet, gilt als die europäischste Stadt Russlands. Seit ihrer Gründung durch den Zaren Peter I. mitten in einer Sumpflandschaft an der Newamündung haben sich zahllose russische Denker und Schriftsteller mit ihr auseinander gesetzt und sie vielfältig ausgedeutet: Den einen gilt sie als "unrussisches Ärgernis" und als Fremdkörper im Vergleich zu Moskau, der "Mutter aller russischen Städte". Andere nehmen sie als einen Ort des lebendigen Austauschs von Ideen und Lebenskonzepten zwischen Europa, dem "Westen", und der eurasischen Landmasse, dem "Osten" wahr. Als Hauptstadt des russischen Imperiums symbolisiert St. Petersburg zugleich den Herrschaftsanspruch der russischen Zaren bis zur Oktoberrevolution 1917.

Auch Fjodor Dostojewskij schätzte diese besondere Atmosphäre von St. Petersburg. Insgesamt 28 Jahre lebte er dort und soll etwa zwanzigmal umgezogen sein. In vielen seiner Werke ist die damalige russische Hauptstadt zentraler Handlungsort und oftmals wird dabei die äußere Kulisse der Stadt zum Spiegel des Seelenlebens der Helden. Deshalb ist es interessant zu verfolgen, wie in das Werk des Gro0en russischen Schriftstellers Darstellungen unterschiedlicher Aspekte St. Petersburgs Eingang gefunden haben. Ein Blick auf die Deutungen des "Mythos von St. Petersburg" innerhalb der russischen Kultur steuert dazu weitere aufschlussreiche Facetten bei.

Während der Akademie- und Jahrestagung der Deutschen Dostojewskij-Gesellschaft findet die Mitgliederversammlung statt, zu der separat eingeladen wurde.

Beginn: Freitag, 19.10.18, 18:00 Uhr mit dem Abendessen
Ende: Sonntag, 21.10.18, 14:00 Uhr nach dem Mittagessen
Ort: Thomas-Morus-Akademie Bensberg, Overather Straße 51-53, 51429 Bergisch-Gladbach
Kosten: 190.- € im Doppelzimmer pro Person inklusive Vollpension
Ermäßigungen: siehe Homepage der TMA Bensberg!
Leitung und Moderation: Prof. Dr. Christoph Garstka, Bochum; Dr. Michael Hartlieb, Bensberg

Programm:
- St. Petersburg in der russischen Literatur und Kultur
   Eine Stadt und ihr Mythos
   Prof. Dr. Christoph Garstka
- Dostojewskij und St. Petersburg
   Biographie und Topographie einer Beziehung
   Dr. Karla Hielscher
- Ein ambivalentes Verhältnis?
   Dostojewskijs Petersburgbild im Wandel
   Prof. Dr. Renate Hansen-Kokorus
- Städtische Armut in Russland im 19. Jahrhundert
   Der Petersburger Heumarkt als sozialer Brennpunkt und sozialer Raum
   PD Dr. Hans-Christian Petersen
- Stadtansichten
   Lesung von Texten Dostojewskijs
   André Kaczmarczyk
- 900 Tage des Schreckens
   Die Erinnerung an die Blockade von Leningrad in Literatur und Kunst
   PD Dr. Yvonne Pörzgen
- St. Petersburg. Petrograd. Leningrad - und wieder zurück
   Die Bedeutung der nördlichen Hauptstadt für die russische Kultur

Anmeldung, genaues Programm, Anfahrbeschreibung und weitere Informationen:
www.tma-bensberg.de